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January 20, 2026

Digitale Kompetenz jenseits der Werkzeugnutzung: Erkenntnisse aus dem ETS-Framework

Lei Liu | ETS

Digitale Technologien prägen nun, wie Schüler lernen, kommunizieren und an der Gesellschaft teilnehmen. Mit der raschen Verbreitung von KI-Tools nutzen die Schüler nicht nur digitale Ressourcen, sondern interagieren auch mit Systemen, die Informationen generieren, Entscheidungen beeinflussen und soziale Interaktion vermitteln. In diesem Zusammenhang ist digitale Kompetenz keine enge technische Fähigkeit mehr. Sie ist eine Kernkompetenz für Lernen, Bürgerschaft und zukünftige Bereitschaft.

Dieser Wandel in den Beziehungen der Studierenden zu digitalen Technologien wird zunehmend in den staatlichen Portrait of a Graduate (PoG)-Rahmen dokumentiert. Digitale Kompetenz und verantwortungsbewusster Technologieeinsatz werden oft als wesentliche Ergebnisse für Graduierte hervorgehoben. In diesen Bemühungen ist eine klare Botschaft, dass akademisches Wissen allein nicht ausreicht, wenn die Studierenden nicht in der Lage sind, digitale und KI-vermittelte Umgebungen durchdacht und verantwortungsvoll zu navigieren. Der ETS-Forschungsbericht Navigating the Digital Horizon: A Proposed Framework and Strategies for Assessing Digital Literacy reagiert auf diesen Wandel, indem er digitale Kompetenz als multidimensionale Fähigkeit neu definiert.

Warum traditionelle Definitionen unzureichend sind

Frühere Definitionen digitaler Bildung konzentrierten sich hauptsächlich auf operative Fähigkeiten wie den Umgang mit Geräten, das Navigieren in Software oder das Online-Finden von Informationen. Obwohl diese Fähigkeiten weiterhin wichtig sind, fangen sie nicht mehr das ab, was Schüler in den heutigen digitalen Umgebungen tun müssen. Informationen können unvollständig, voreingenommen oder gefälscht sein. Digitale Räume verwischen Grenzen und prägen, was die Schüler sehen, wie sie interagieren und wessen Stimmen verstärkt werden.

Der ETS-Rahmen spiegelt diese Realität wider, indem er digitale Kompetenz als eine Reihe integrierter kognitiver, sozialer, kreativer und ethischer Fähigkeiten behandelt. Dieser Fokus verlagert sich von der Frage, ob Schüler Technologie nutzen können, hin dazu, ob sie Informationen bewerten, effektiv kommunizieren, sinnvolle digitale Produkte schaffen und verantwortungsvoll in digitalen Räumen handeln können. Das Digital Literacy Framework trägt zur umfassenderen Skills for the Future (SFF)- Initiative von ETS bei, die darauf abzielt, dauerhafte Fähigkeiten in der K-12- und postsekundären Bildung zugänglich zu machen.

Vier Dimensionen der digitalen Kompetenz

Das ETS-Framework organisiert digitale Kompetenz in vier eng miteinander verbundene Bereiche, die zusammen beschreiben, wie Schüler mit digitalen Umgebungen umgehen.

Zugriff, Verwaltung und Bewertung digitaler Informationen

Studierende müssen in der Lage sein, Informationen effizient zu finden und, entscheidend, deren Qualität, Glaubwürdigkeit und Relevanz zu beurteilen. In einem KI-reichen Kontext umfasst dies das Hinterfragen von Quellen, das Erkennen von Vorurteilen und das Verständnis, wie digitale Systeme Informationen prägen.

Kommunikation und Zusammenarbeit mit digitalen Werkzeugen

Digitale Kompetenz beinhaltet, Ideen klar durch digitale Medien auszudrücken und produktiv mit anderen plattformübergreifend zusammenzuarbeiten. Diese Dimension legt Wert auf Zusammenarbeit, Koordination und respektvolle Interaktion in Online- und hybriden Umgebungen.

Erstellung digitaler Inhalte

Studierende sind nicht nur Konsumenten digitaler Informationen, sondern auch Schöpfer. Diese Dimension konzentriert sich darauf, digitale Werkzeuge zu nutzen, um Inhalte zu entwerfen, zu produzieren und zu verfeinern – mit Fokus auf Zweck, Publikum und Benutzerfreundlichkeit.

Praxis verantwortungsvoller digitaler Bürgerschaft

Digitale Bildung beinhaltet auch ethische und verantwortungsvolle Beteiligung an digitalen Räumen. Dazu gehört das Verständnis von Privatsphäre, Fairness und digitalem Wohlbefinden sowie der Einsatz von Technologie auf eine Weise, die Inklusion und konstruktives soziales Engagement unterstützt.

Ausrichtung auf zukünftige Erwartungen der Studierenden

Das ETS-Digitalkompetenz-Framework bietet eine kohärente Grundlage, um darüber nachzudenken, was Schüler in einer KI-geformten Welt wissen und tun können. Durch die Integration technischer Fähigkeiten mit kritischem Urteilsvermögen, Kommunikation, Kreativität und Verantwortung steht es in einer Übereinstimmung mit den PoG-Zielen der Bundesstaaten und den aufkommenden Erwartungen an die Schülerbereitschaft.

Lei Liu ist Forschungsdirektor am Forschungsinstitut des ETS.

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